Digitaler Zwilling

Wird ein physikalisches Gerät, sei es eine Maschine oder auch ein Produkt, durch ein in einem Rechnersystem gespeichertes Abbild wiedergegeben, so spricht man von einem digitalen Zwilling.

Ursprünglich und in engerem Sinne bezieht sich diese Bezeichnung auf ein möglichst realitätsnahes Simulationsmodell, das parallel zu einer realen Maschine läuft und mit dem das reale Verhalten bereits vor der Inbetriebnahme geprüft und sichergestellt werden kann. Dies ermöglicht die virtuelle Inbetriebnahme einer Maschine oder einer ganzen Produktionsstraße.

Im weiteren Sinne stellen aber auch einfachere Repräsentationen von Maschinen und Produkten, wie sie in der vertikalen und horizontalen Integration Verwendung finden, digitale Zwillinge dar. Durch einen permanenten Abgleich zwischen realem Gegenstand und digitaler Darstellung wird dabei die Konsistenz sichergestellt.

Gerade im Maschinenbau gibt es dabei einen interessanten, teilweise rekursiven Prozess: Die Produkte eines Maschinenbauers dienen in anderem Zusammenhang wiederum als Maschinen zur Herstellung anderer Produkte. Auf diese Weise kann sich ein viele Stufen umfassendes Netzwerk aus digitalen Zwillingen ergeben.

Prof. Dr. Martin Ruskowski. Bild: A. Sell

Definitionen von Prof. Dr. Martin Ruskowski,
Inhaber des Lehrstuhls für Werkzeugmaschinen und Steuerungen an der TU Kaiserslautern und Forschungsbereichsleiter „Innovative Fabriksysteme“ am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)


Diese Definitionen entstehen 2018 fortlaufend für die Fachzeitschrift messtec drives Automation (www.md-automation.de) in der Reihe „Grundlagen definiert – Begriffe in der Welt von Industrie 4.0