Künstliche Intelligenz

Die klassische Informatik betrachtet zu lösende Aufgaben eher aus technischer Sicht und stößt insbesondere in einem komplexen Umfeld an ihre Grenzen. Die künstliche Intelligenz (KI) ist ein Teilgebiet der Informatik und versucht diese Lücke zu schließen. Dabei werden mit einem vom menschlichen Verhalten ausgehenden Lösungsansatz Strategien zur Problemlösung entwickelt. Ein wesentlicher Teil von künstlicher Intelligenz beschäftigt sich mit lernenden Verfahren, die ihre Ergebnisse an Eingangsdaten anpassen können. Insbesondere die künstlichen neuronalen Netze stehen dabei im Fokus der aktuellen öffentlichen Diskussion. Jedoch dürfen KI-Systeme nicht fälschlicherweise auf neuronale Netze reduziert werden. Vielmehr zeigt sich das intelligente Verhalten eines KI-Systems immer nur in der Anwendung von Rechenverfahren auf reale Probleme. Üblicherweise kommen dabei immer mehrere Verfahren kombiniert zum Einsatz. Neuronale Netze haben ihre Stärke bei der Mustererkennung, wohingegen Entscheidungen auf Basis erkannter Muster meist mit Entscheidungsverfahren erfolgen, z.B. nach statistischen Regeln aufgestellten Entscheidungsbäumen. Aber auch fest ausprogrammierte Entscheidungen und vieles mehr zählen zum Umfeld der künstlichen Intelligenz. Letztlich geht es immer darum, dass sich ein System in einer Art und Weise verhält, die uns im logischen Sinne intelligent erscheint. Wirklich intelligent im menschlichen Sinne – also auch emotional und kreativ – sind solche Systeme auf lange Sicht nicht.

Prof. Dr. Martin Ruskowski. Bild: A. Sell

Definitionen von Prof. Dr. Martin Ruskowski,
Inhaber des Lehrstuhls für Werkzeugmaschinen und Steuerungen an der TU Kaiserslautern und Forschungsbereichsleiter „Innovative Fabriksysteme“ am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)


Diese Definitionen entstehen 2018 fortlaufend für die Fachzeitschrift messtec drives Automation (www.md-automation.de) in der Reihe „Grundlagen definiert – Begriffe in der Welt von Industrie 4.0