MQTT

Beim MQTT-Protokoll (Message Queue Telemetry Transport) handelt es sich um ein sehr schlankes Übertragungsprotokoll für Datenpakete in Netzwerken mit großer Verzögerung. MQTT implementiert einen Publish/Subscribe-Modus und ist insbesondere für die einfache Kommunikation mit kleinen IoT-Geräten geeignet. Im Gegensatz zu OPC UA wird dabei jedoch kein Informationsmodell hinterlegt. Die Struktur der Daten wird in das Datenpaket eingebettet und muss vom Empfänger, dem MQTT-Broker, dekodiert werden. MQTT ist deshalb vor allem für die Übermittlung von Diagnosedaten aus Geräten heraus im Sinne einer Daten-Einbahnstraße geeignet. Insbesondere fehlt MQTT ein Sicherheitsmechanismus. Deshalb sollte es nicht alleine zur aktiven Steuerung von Maschinen in der Automatisierung genutzt werden. Es kann jedoch im Kombination mit einem OPC UA-Server an Stellen eingesetzt werden, wo ein Informationsmodell und ein Sicherheitsmechanismus nicht vorhanden sind. Der OPC UA-Server stellt dann als MQTT-Broker ein komplettes Abbild aller über MQTT übertragenen Daten der unterlagerten Geräten bereit.

Prof. Dr. Martin Ruskowski. Bild: A. Sell

Definitionen von Prof. Dr. Martin Ruskowski,
Inhaber des Lehrstuhls für Werkzeugmaschinen und Steuerungen an der TU Kaiserslautern und Forschungsbereichsleiter „Innovative Fabriksysteme“ am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)


Diese Definitionen entstehen 2018 fortlaufend für die Fachzeitschrift messtec drives Automation (www.md-automation.de) in der Reihe „Grundlagen definiert – Begriffe in der Welt von Industrie 4.0