RAMI 4.0

Eine universelle Vernetzung von Maschinen benötigt immer eine einheitliche Beschreibung und kompatible Schnittstellen. Erfahrungsgemäß ist in einem komplexen und zudem von Wettbewerb gekennzeichneten Umfeld wie der Automatisierungstechnik nicht zu erwarten, aus dem Stand zu einheitlichen Schnittstellen zu kommen. Zunächst ist es jedoch entscheidend, in einer einheitlichen Verständnis- und Begriffswelt zu arbeiten. Als erster Schritt in diese Richtung wurde deshalb frühzeitig das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0) verabschiedet.

Es handelt sich hierbei nicht um eine implementierungsnahe Vorlage, sondern vielmehr um ein abstraktes Modell, welches Denkweisen und Begrifflichkeiten definiert und vereinheitlicht. Das RAMI 4.0 umfasst insgesamt drei Dimensionen der Betrachtung: Die technischen Hierarchiestufen innerhalb der Fabrik vom Produkt bis zur vernetzten Welt, die IT-bezogenen Schichten von der einfachen Gerätebeschreibung bis hin zum kompletten Unternehmensnetzwerk sowie den Lebenszyklus eines Produkts oder einer Maschine in der Konstruktionsphase und als reale gebautes Produkt.

Die Beschreibung einer Lösung als RAMI 4.0-konform sagt dementsprechend heute nichts über eine reale Kompatibilität aus, sondern markiert lediglich die Verwendung eines bestimmten Vokabulars.

Prof. Dr. Martin Ruskowski. Bild: A. Sell

Definitionen von Prof. Dr. Martin Ruskowski,
Inhaber des Lehrstuhls für Werkzeugmaschinen und Steuerungen an der TU Kaiserslautern und Forschungsbereichsleiter „Innovative Fabriksysteme“ am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)


Diese Definitionen entstehen 2018 fortlaufend für die Fachzeitschrift messtec drives Automation (www.md-automation.de) in der Reihe „Grundlagen definiert – Begriffe in der Welt von Industrie 4.0